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LTE-Router mit Akkubetrieb

Autor: Michael · veröffentlicht 19.3.2016 21:10 Uhr · zuletzt geändert 23.3.2016 12:20 Uhr · Tags: linux

Moderne Smartphones bringen über das sogenannte Tethering die nützliche Eigenschaft mit, ihren Internetzugang über ein bedarfsweise aufgespanntes WLAN auch anderen Clients wie beispielsweise Laptops oder Tablets zur Verfügung stellen zu können. Das ist für schnell mal zwischendurch ganz nützlich, stößt jedoch aber an gewisse Unpraktikabilitätsgrenzen wenn es sich nicht nur um einen zeitweise begrenzten Zugriff handelt, sondern beispielsweise mehrere Clients über einen längeren Zeitraum ins Internet gehen sollen. Zudem wird natürlich bei jedem Zugriff über das WLAN des Smartphone das Datenvolumen des Vertrages der eingelegten SIM-Karte verbraten.

4G-Router von TP-Link

Eine sehr sinnvolle Erfindung sind daher mobil einsetzbare Router mit direkt eingebautem Mobilfunkmodul, in das eine dedizierte SIM-Karte eingelegt werden kann. Nachdem ich einige Zeit einen Netgear-Router mit UMTS-Stick im Einsatz hatte, stellte ich neulich auf die nächste Generation um und griff zu einem mobilen LTE-Router. Selbst gesteckte Vorraussetzung waren ein kompaktes Gerät mit bereits eingebautem Mobilfunkteil ohne die Notwendigkeit eines externen USB-Sticks sowie möglichst ein eingebauter Akku bzw. die Möglichkeit, das Gerät auch ohne 230 Volt Netzversorgung nutzen zu können. Hier ist das Angebot deutlich überschaubar, jedoch gibt es von TP-Link ein schickes kleines Gerät, das alle Vorraussetzungen erfüllt. Nach Auspacken der stylischen Verpackung und vollständigem Aufladen des eingebauten Lithium-Ionen Akkus (gut: mittels Micro-USB Standardladegerät) ist das Gerät sofort einsatzbereit. Es ist Platz für eine einzige Nano-SIM-Karte vorhanden, die sich nach Demontage von Rückteil und Akku problemlos einlegen lässt. Nach kurzem Boot sucht sich das Gerät selbstständig ein verfügbares LTE-Netz und fällt bei Nicht-Vorhandensein automatisch in ein nutzbares UMTS-Netz zurück. Dieses Verhalten lässt sich sowohl im Gerätemenü selbst als auch über das Webinterface beeinflussen. Negativ fiel auf, dass sich das Verhalten bzgl. Datenroaming nirgends einstellen lässt, ich habe aber auch nicht getestet, ob sich das Gerät überhaupt in ein verfügbares Roamingnetz einbucht.

Über das Gerätemenü lassen sich auch SSID und Passwort des voreingestellten WLAN anzeigen, in das sich die Clients dann entsprechen einbuchen können. Der Router fungiert hier als DHCP-Server (nicht komplett deaktivierbar); es lassen sich jedoch auch feste IP-Adressen mit dem Router als Default-Gateway und DNS einstellen, jedoch ist eine Client zu Client-Kommunikation scheinbar weder von Haus aus möglich noch aktivierbar. Das lässt sich aber wohl in den meisten Anwendungsszenarien verschmerzen.

Im Webinterface lassen sich ebenso wie in der Standardanzeige des Routers rudimentäre Nutzungsstatistiken abrufen. Eine Aufschlüsselung nach Client wird jedoch nicht vorgenommen.

Abseits des Stromnetzes ist natürlich ein Betrieb über eine beliebige Powerbank oder aber beispielsweise einen 12 Volt-Adapter im Auto möglich. Wenn keine externe Spannungsquelle zur Verfügung steht ermöglicht der eingebaute Akku meiner Erfahrung nach bei mittlerer Nutzung und in einem LTE-Netz eingebucht einen Betrieb über rund dreieinhalb Stunden.

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